Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUXE

Rund um die "Clonewheels" HX3 und HX3.5

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Onkelmaus
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Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUXE

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 21:27

Hallo liebe Orgelgemeinde!

Ich bin der André, bin 47 Jahre alt uns wohne im Oberbergischen Kreis. Habe eigentlich viel zu viele Hobbys, aber in den Grenzbereichen profitiert das eine vom anderen Hobby. In anderen Foren habe ich mein transportfreundliches Leslie mal vorgestellt, ich brauche immer etwas zum Basteln..... (wen´s interessiert: Gooooogelt mal nach "Leslie 14.7") In diesem Falle jetzt profitiert eine abgerockte XB2 von meinen Eigenschaften als Heimwerker/Bastler/Perfektionist. Der HX3 EInbausatz ist bestellt, er wird wohl in der nächsten Zeit kommen und meine Arbeit an der Orgel krönen.
Nach einigen vergeblichen Versuchen eine tote XB2 zu ergattern bin ich schließlich doch fündig geworden, es handelt sich dabei um die Bühnenorgel einer nach eigener Aussage "bayerischen Band"... ;-)
Bestandsaufnahme: Elektronisch völlig tot, nur das Display leuchtet. Diverse kleinere Macken am Plastikfurnier, die Seitenteile waren komplett nackt, die Tastatur war extrem ausgenudelt. Ein Testglissando brachte es zum Vorschein: "RRRRRRAAAATTTSCH........." Jede Taste hatte absolut maximales seitliches Spiel, das mußte zuerst gerichtet werden. Nach dem Auseinanderbau kam es dann zum Vorschein: Unter jeder Taste steht eine kleine Blechlasche hoch, um die ein schwarzer Gummiring gelegt ist. Diverse dieser Ringe fehlten, viele waren kurz vorm Verabschieden. Ich habe dann passenden Silikonschlauch gefunden, und die durchgewetzten Gummis ersetzt.

Auf dem Bild sieht man links einen noch einigermaßen intakten Gummiring, in der Mitte der Zustand, in dem die Meisten waren, rechts den von mir gefundenen Ersatz:
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Zuletzt geändert von Onkelmaus am 11. Jun 2014, 22:35, insgesamt 1-mal geändert.

Onkelmaus
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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 21:31

Demensprechend waren die Tasten auch im Mitleidenschaft gezogen. Da die dämpfenden Gummis meistens fehlten, hat die harte Kante der Blechlasche eine RIlle in die Taste gewetzt, wodurch das seitliche Spiel noch größer wurde.

Der Anfang dieser eingewetzten Rille sieht man rechts unter/neben dem Wattestäbchen:
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Zuletzt geändert von Onkelmaus am 11. Jun 2014, 21:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 21:33

Sämtliche Blechlaschen wurden dann mit dem Silikonschlauch versehen und leicht nach vorne gebogen, damit die seitliche Begrenzung der Taste durch den Silikonschlauch auch an einer "frischen" Stelle in der Taste anliegt:
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Onkelmaus
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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 21:41

Zusätzlich habe ich die Haken, die den Oberen Anschlag der Taste bilden, ebenfalls mit den Silikonschläuchen versehen. Die Tastatur war wie gesagt bereits sehr abgespielt, das Hochschnalzen der Taste ist jetzt wesentlich leiser.
Als positiven Nebeneffekt könnte man auch die Tatsache sehen, daß der Weg, den die Taste bis zum Auslösen des Tons zurücklegt jetzt ca. einen mm weniger mißt. Von einigen Spielern wurde dieser doch recht lange Weg bemängelt.
Da die Haken an den Tasten recht nah beieinanderliegen, wird die seitliche Führung jeder einzelnen Taste zusätzlich jetzt auch durch die benachbarten Silikonschläuche gewährleistet. Damit nichts aneinander haftet, habe ich Talkumpuder auf die benachbarten Flächen der Schläuche aufgebracht.

Hier sieht man gut die Anordnung und die geringen Abstände:
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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 21:57

Bei einem Testspielen der Tastatur war das seitliche Spiel völlig verschwunden, Operation geglückt!

Als normales Keyboardsetup spiele ich ein YAMAHA KX88, wegen der legendären Tastatur. Für meine Gigs als Organist in der Begleitband für einen Gospelchor verwende ich meine HAMMOND M3. Für Proben nehme ich aus Gewichtsgründen dann lieber das YAMAHA KX76 (Tastatur identisch mit der des Ur. DX-7, für meine Begriffe die Referenz für Plastiktastaturen)
Sämtliche Tastaturen der genannten Geräte sind vom Spielgefühl aber meilenweit weg von der XB2 Tastatur. Für mein persönliches Spielgefühl finde ich es immer sehr abträglich, wenn man kaum etwas unter den Fingern spürt, da erinnert die XB2 leider etwas an eine Kinderorgel o.ä..... Den Drehpunkt der Tasten kann man nicht ändern, aber dafür das Gewicht der Tasten. Da eines meiner weiteren Hobbys das Restaurieren eines Motorrades ist, habe ich mal testhalber Klebegewichte für die Felgen unter einigen Tasten befestigt. Und siehe da: nach einigen Experimenten habe ich 10g Gewichte an die gezeigten Stellen unter den weißen Tasten geklebt, und 2x5g in die schwarzen Tasten.

Das Ergebnis kann sich sehen bzw. spüren lassen: Durch die Massenträgheit des Klebegewichtes ist jetzt ein deutlich angenehmeres Spielgefühl vorhanden, es geht jetzt etwas mehr in Richtung DX7- Tastatur.
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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 22:04

Nachdem die Auffrischung der Tastatur deutlich besser gelungen ist als erwartet, war ich mit dem äußeren Erscheinungsbild der Orgel um so unzufriedener. Das Plastikfurnier so empfindlich wie Tapete, diverse Macken etc. wie bereits beschrieben, kratzige Kanten dienen nicht dem Wohlfühlen auf dem Instrument. Also die Orgel komplett gestrippt und Echtholzfurnier in Nußbaum besorgt.
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Seitenteile ungebeizt
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Rückseite der Orgel ungebeizt

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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 22:09

Als Farbe habe ich Beize in Nußbaum gewählt, die ich mit etwas Mahagonibeize zu einem sehr warmen Farbton gemischt habe.

Die Seitenteile gehen etwas in Richtung Riegelfurnier.

Nach dem Beizen habe ich Nitrolack aufgetragen.
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Keine scharfen Kanten mehr, alles weich und geschmeidig
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Unterschied Plastik / Natur
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Seitenteil mit Riegelmaserung

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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Onkelmaus » 11. Jun 2014, 22:18

Was meiner Meinung nach gar nicht geht, sind die Potis auf der rechten Seite der Orgel. Also kurzerhand ausgebaut und nach links verfrachtet. (dahin, wo ich sie von der alten CX3 gewöhnt bin) Nach Rücksprache mit Carsten habe erfahren, daß die Pitch und Mod- Wheels beim HX3 keine Funktion mehr haben, darum habe ich die entfernt. Die entstandenen Krater habe ich mit einem Stück Plexiglas (zufällig in genau der passenden Stärke in meinem Fundus) abgedeckt und mit schwarzer Klebefolie aus der Werbetechnik eine Oberfläche verpasst.
Für die durchsichtige Kante des Plexiglases habe ich mir ein besonderes GImmick einfallen lassen, doch dazu später mehr.

Das ist jetzt erstmal der aktuelle Stand. Wenn der HX3 da ist, gehts weiter.....
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Plexiglas angefast und poliert, gebohrt und gesenkt

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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Organuts » 12. Jun 2014, 09:41

Tolle Arbeit und Superbildreportage, danke! Deine Bastelstunde motiviert mich total, meine abgerockte XB2, die ziemlich genau die gleichen Macken hat wie Deine, auch irgendwann einmal in Angriff zu nehmen.

Ich finde es schade, dass Pitchwheel und Modulationsrad der XB2 nach einem HX3 Umbau nicht mehr verwendet werden können. Das schränkt die Möglichkeiten doch etwas ein, wenn man mit der XB2 auch mal den einen oder anderen Synthie ansteuern will. Aber es müsste eigentlich möglich sein, eine Doepfer Wheel Elektronik zusätzlich in die XB2/HX3 zu integrieren: www.doepfer.de/we.htm

Ciao,
Thomas
Korg BX3 zweimanualig mit HX3 MkII Umrüstung
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Re: Hobbythek mit André: Wir basteln uns eine HX3-XB2 DE LUX

Beitrag von Simon98 » 12. Jun 2014, 18:13

Großartige Arbeit, Chapeau! Bin gespannt auf den weiteren Verlauf! :)
Hammond A100 (1961), Hammond E100 (modified, 1965)
HX3 console with 25 note pedal board, Nord C2, VB3, B4000+
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