SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

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SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 2. Jul 2019, 14:23

Prinzipschaltbild einer Kaskade des RG 869 Generators einer W 248 - W 358

Bilder können durch Anklicken vergrößert werden
RG 869_k.JPG
Die 12 Kaskaden für die Töne C bis H sind bis auf die frequenzbestimmenden Bauteile alle identisch
aufgebaut.

Links mit der Spule und dem Transistor der Hartley Oszillator, dessen Tonsignal über die Diode und RC Glied
einem Impedanzwandler mit dem zweiten Transistor zum eigentlichen Frequenzteiler einem
SAJ 110 IC zugeführt wird. Die höchste Frequenz einer Kaskade liegt an Pin 1 an und die jeweils durch 2 geteilten
Oktavtöne an Pin 2 bis 8. Jede Kaskade hat somit einen Tonumfang von 8 Oktaven für diesen Ton.
Das Ausgangssignal hat hier Rechteckform
Dem Hauptoszillator wird über den Anschluß Vibrato ein Frequenzvibrato zugeführt

Prinzipschaltbild einer Kaskade der WX 100 T ( reine Sinusorgel )
WX 100T Gen1.JPG
Die 12 Kaskaden sind hier wie beim RG 869 ( Hartley Oszillator, Impedanzwandler und Frequenteiler SAJ 110 )
ebenfalls identisch aufgebaut.
Der Unterschied zum RG 869 besteht jedoch darin, daß an den 8 Tonausgängen jeweils noch ein Tiefpassfilter folgt
( RC Kette ) mit nachfolgendem Impedanzwandler .
Dieses Tiefpassfilter ist für jeden Ton auf dessen Frequenz abgestimmt und am Ausgang steht dann ein Sinussignal an.

Die Schwingkreisspule des Hartley Oszillators ist bei beiden Generatortypen identisch und nur der Schwingkreiskondensator ( Styroflextype ) bestimmt im weitestens dessen Frequenz.
Die Feinabstimmung dieses Oszillators für jede Kaskade erfolgt durch verdrehen des Ferritkerns der Spule
mit einem Abgleichstift aus Kunststoff bzw nicht eisenhaltigem Werkstoff.

Wenn gewünscht können die jeweiligen durchnummerierten Bauteilewerte der Generatoren für RG 869 und WX 100 T Sinusgenrator in einer Liste hier gepostet werden.

Bevor der RG 869 durch den DT 74 Generator ersetzt wurde gab es noch eine Interims Lösung was ich gestern in meinen Unterlagen zur W 248 Serie entdeckt habe.
Die BA Nr 215 ( 4seitiges Faltblatt) beschreibt den digitalen Hauptgenerator TGP 673
Dieser Hauptgenerator ersetzte die 12 Hartley Oszillatoren des RG 869 durch die damals neuen
Top Octave Synthesizer ICs S 2555 und S 2556
Problem dieser ICs war, daß ein Zusatznetzteil mit Trafo erforderlich wurde, um die Versorgungsspannungen
+ 10 V ; - 5V und - 15 V sowie "künstliche Masse" bereitzustellen
Um ihn an den RG 869 anzschließen zu können wurde der - 15 V Anschluß des TGP 673 mit Masse des RG 869 verbunden.

Aufgrund der Bezeichnung TGP 673 dürfte er im Juni 1973 entwickelt worden sein.
Der RG 869 somit August 1969 entwickelt und der DT 74 eben im Jahre 1974.

Der Vorteil des DT 74 war jedoch daß er nur mit einer Betriebsspannung auskam die aus den 15 Volt gewonnen wurde.

Schaltbild des DT 74 :
DT_74_2.JPG
Die beiden Trimmpotis neben der Spule dienen der exakten Einstellung der Stimmung
jeweils für beide Positionen des Slalomreglers für genauen Oktavabstand des Regelbereiches.
Wird der Transposerdrehschalter betätigt ist für jede der 11 anderen Positionen ein Trimmpoti mit Vorwiderstand
vorhanden um die genaue Tonhöhe einzustellen - im Grunde definierte feste Einstellungen des Slalomreglers.

Falls der TMS 3839 einmal defekt gehen sollte kann er ohne weiteres durch den AY 3-214 oder M 086 ersetzt werden.
Es fällt dann nur die zweite Taktphase an Pin 9 weg und die Tonausgänge / Betriebsspannungen müssen richtig zugeordnet werden da AY 3-214 bzw M 086 eine andere Pinbelegung haben.

Die Oktavteiler ICs SAJ 110 sind 12 mal vorhanden. Die eckigen Punkte sind die vergoldeten Leiterbahnen für
den Anschluß an die Verharfung.
Links daneben das typische Leiterbahnbild ( Draufsicht ) für die Zusammenschaltung der einzelnen Teilerstufen
des SAJ 110
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 3. Jul 2019, 16:40

TASTENKONTAKTE und IMPEDANZWANDLER

Tastenkontakte waren in den W 248 eigentlich das aufwändigste was
beim Bau einer Orgel zu tun war.

Dadurch, daß hier ein guter SINUS neben dem Rechtecksignal zu Verfügung gestellt
wurde, hat man sich für eine oktavweise Sinusformung entschieden.
Die Tastenkontakte waren also nicht durchgängig wie bei anderen Fabrikaten
sondern jede Fußlage wurde in Oktavabschnitte unterteilt.
Pro Oktavabschnitt gab es dann spezielle Tastenkontaktplatinen, die gleich
die Sinusformung mit enthielten. Diese wurden mit KS benannt

Hier ein 4 Oktaven Manual

Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern
KONTAKT_3403.JPG
Die etwas größeren Kontaktplatinen enthielten besagte Sinusformung neben den
Tastenkontakten und Entkoppelungswiderständen und die kürzeren nur die
Entkoppelungswiderstände und Tastenkontakte.

Für die Montage der vergoldeten Kontaktfedern waren Detailfotos in den Bauanleitungen
KONTAKT_3405.JPG
KONTAKT_3404.JPG
Das Tonsignal Sinus und Rechteck stand dann an den sogenannten KS Platinen an
deren Ausgänge mit Silberdrähten an der rückwärtigen Seite zusammengefaßt wurden
( siehe Bidl der 4 Oktaven Tastatur )

Die Schaltung einer solchen KS Platine sah so aus ( hier gleich für 5 Oktaven )
KONTAKTE_2.JPG
Die Abschnitte der einzelnen KS Platinen sind durch graue Trennlinien markiert und die
normalen Kontaktplatinen ( reine Kunststoffplatten ) sind blau eingegrenzt
Mit auf der KS Platine waren auch die Entkoppelungswiderstände für die Tastenklickunterdrückung.
Die wurde vom Netzteil als + 4 Volt Spannung abgegriffen.
Dieses Prinzip " Antiklick " Methode findet sich übrigens auch in Dr Böhm Orgeln der nT Serie .

Die Montage der Kontaktplatinen erfolgte an der besagten Verharfungsplatine.
Fummelei war das einfädeln der Stößelstangen , die bis zu 11 Tastenkontaktfedern mechanisch
an die Taste koppelten.
Da die Sinusbildung oktavweise erfolgt, gab es Tabellen für die jeweils unterschiedlichen Kondensatoren
und Widerstände.

Am Ende einer solchen KS Platine war für die Sinusbildung also eine RC Tiefpasskette, die durch die schräg verlaufenden Silberdrähte an den KS Platinen zusammengeschaltet wurde. Der Ausgang befand sich an der Diskantseite einer Tastatur.
Das Rechtecksignal wurde durchgehend nur durch die abgestuften Widerstände zusammengefaßt.

Die Ausgänge SINUS sowie Rechteck pro Fußlage waren dann jeweils mit einer Impedanzwandlerstufe verbunden.
IMPWAND_2.JPG
Diese Impedanzwandler waren für max 12 Fußlagen auf einer Platine zusammengefaßt, was für
jede Orgeltype ausreichte. Zb hatte eine zweimanualige Orgel mit Sinus und Festregistern insgesamt
4 solcher Impedanzwandlerplatinen.
Auf jeder Platine war einmal die Spannungsversorgung mit Siebglied sowie die Klickunterdrückung mit untergebracht

Von diesen Impedanzwandlern ging es dann direkt zu den Zugriegeln des Manuals sowie zur Klangformung mit den
einzelnen Registern
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 4. Jul 2019, 00:12

KLANGFORMUNG der W 248er Serie

Die Klangformung der Orgel gliedert sich in zwei Arten
ausgehend von der Form der Tonsignale nach den Tastenkontakten und Impedanzwandlern

a) Sinus

Dieser läuft dann direkt mit den einzelnen Fußlagen auf die Zugriegel.
Zugriegel sind im Grunde Potentiometer hier als Schiebepoti mit abgestuften Einstellwerten 0 bis 8 ausgelegt

b ) Festregister

Die Signalform der Festregister Fußlagen am Eingang der Festregister ist ein Rechtecksignal

Für Festregister aller Art benötigt man jedoch auch andere Signalformen als reiner Rechteck wie
Sägezahn und auch Sinus. Diesen Sinus könnte man auch von den Sinusausgängen für die Zugriegel verwenden.
Dies macht man hier jedoch nicht, sondern begnügt sich mit einem recht groben Sinussignal wo Harmonische
nicht so unterdrückt sind bis auf die Grundschwingung wie beim Sinus der Zugriegel.

Den Sägezahn gewinnt man hier mittels der Rechteckschwingungen der geradzahligen Fußlagen ( 16 , 8 , 4 , 2 , 1 Fuß)
Hierbei werden die nachfolgenden höheren Fußlagen in der Amplitude jeweils halbiert indem man die Entkoppelungswiderstände in ihrem Wert verdoppelt.

Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern
KLANG_SZ_2.JPG
Für einen 16 Fuß SÄgezahn wird die 16 Fußlage mit einem Widerstand 22 K entkoppelt und dazu
die 8 Fußlage mit einem Widerstand 47 K sowie
die 4 Fußlage mit einem Widerstand 100 K sowie
die 2 Fußlage mit einem Widerstand 220 K und
die 1 Fußlage mit einem Widerstand 470 K

So entsteht in der Summe eine Treppenspannung.
Es ist zwar kein idealer Sägezahn der jedoch klanglich kaum einen Unterschied wahrnehmen läßt.

Es werden keine ungeraden Fußlagen für eine Treppenspannung / Sägezahn verwendet nur geradzahlige !

Sägezahnklangfarben werden für Register wie Prinzipal oder Blasinstrumente verwendet.
Man kann diesen Sägezahn auch noch in seinen Formanten beeinflussen indem man Schwingkreise einer bestimmten
Frequenz einbaut die dem Klangspektrum dann eine andere Form verpassen ( mitlaufende und feste Formanten )

Den etwas rauheres Sinus erzeugt man mittels einfacher Tiefpassfilter, die das Rechtecksignal nur mehr verrunden
was dann einen Flötenartigen Klang erzeugt.
Hier ein Auszug aus Filtern
FESTREG_2.JPG
Das Register BORDUN16 Fuß wird mit dem Rechtecksignal 16 Fuß erzeugt
Nach dem 33k Entkoppelungswiderstand folgt der Registerschalter der das Register dann einschaltet wenn der
Schalter geöffnet ist. Es folgt ein Tiefpass bestehend aus den beiden 47 N Kondensatoren mit einem 33 K Widerstand
verbunden. Der Widerstand 220 K ist der Auskoppelungswiderstand des Filters.
Wir haben es hier also mit einem SInusklang zu tun.

Das Register Prinzipal wird mit einem 16 Fuß Sägezahn erzeugt.
Aus den Fußlagen 16 , 8 , 4 , 2 , 1 Fuß wird also zunächst eine Treppenspannung die wie ein Sägezahn klingt erzeugt.
Nach dem Entkoppelungswiderstand 33 K dann der Registerschalter und das eigentliche Filter besteht hier nur aus
dem Kondensator 100 nF . Es folgt der Auskoppelungswiderstand 220 K

Das Register Flöte 8 Fuß wird mit einem 8 fuß Rechteck Signal erzeugt
( hier ist mir ein Fehler in der Beschriftung unterlaufen - sorry : streiche Flöte 16 setze Flöte 8 )
Wiegehabt der Entkoppelungswiderstand 33k gefolgt von einem Tiefpassfilter bestehend aus
2 x 33n und 33k Widerstand gefolgt vom Auskoppelungswiderstand 220 K
Im Grunde genauso aufgebaut wie das Bordun Register, nur andere frequenzbestimmende Bauteile im Tiefpassfilter.

Das Register Prinzipal 8 Fuß ist genauso aufgebaut wie das Register Prinzipal 16 Fuß
Nur daß hier für die Sägezahnbildung ( Treppenspannung ) ab dem 8 Fuß begonnen wird.
Diese Treppenspannung ist somit nicht so feinstufig wie beim Prinzipal 16 Fuß
Wollte man dies ebenso gestalten müßte noch eine Fußlage 1/2 Fuß dazugenommen werden, die jedoch nicht vorhanden ist. Der 47 nF Kondensator ist auch nur halb so groß vom Wert wie der 16 Fuß Prinzipal Kondensator.
Die Fußlage 8 Fuß liegt aber exakt eine Oktave höher als der 16 Fuß.
Man erkennt hier schön einen Zusammenhang der Bauteilewerte in Bezug auf die Tonhöhe der beteiligten
Frequenzen.

Das Register Gedackt 8 Fuß ist ein reines Rechteck Register und klingt wie eine oben geschlossene Orgelpfeife.
Deswegen ist hier der Eingangsentkoppelungswiderstand auch mit 100 K bemessen gefolgt von einem relativ großen
Kondensator 100 nF nach dem Registerschalter. Da das Tonsignal durch die beiden relativ großen Widerstände
100 K und 220 K stark bedämpft ist wird es auch sehr leise klingen.

Das Register Nasat 5 1/3 ist eigentlich unüblich. Ich habe es dennoch einmal angeführt.
Statt des Entkoppelungswiderstandes wie bei vorherigen Registern ist hier eine RC Kombination in Reihenschaltung
bestehend aus 2,2 nF und 100 K dem Registerschalter vorgeschaltet. Dieses RC FIlter läßt nur einen ganz bestimmten
Frequenzanteil der 5 1/3 Fußlage durch und sperrt andere Frequenzanteile. Der nachfolgende Kondensator 47n
verformt dieses noch weiter für bestimmte Frequenzanteile gefolgt vom Auskoppelungswiderstand 220 K

Die Auskoppelungswiderstände stellen im Grunde ein passives Mischpult dar, dessen Ausgangspegel dann am Volumenregler eingestellt werden kann wie laut die Summe der Register erklingen soll.

Tip:
Man kann durchaus auch Registerschaltungen aus anderen Fabrikaten verwenden.
Hierbei muß man jedoch nur beachten welche Tonerzeugung in diesem Instrument vorliegt.
Solange es Rechtecksignale sind kann man es 1: 1 übernehmen.
Werden jedoch nur reine Sägezahnsignale vorausgesetzt muß man sich erst die nötige Treppenpannung erzeugen.
Die braucht wie im ersten Bild dieses Threads jedoch nur einmal pro Manual gemacht zu werden

Die Register der Weltraumserie kann man ohne weiteres verwenden.
Lediglich der Registerschalter ist hier mittels Feldeffekttransistoren realisiert.
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 4. Jul 2019, 13:22

VORVERSTÄRKER VVH 71

Im Anschluß an die Klangformung geht das Tonsignal über den Fußschweller zum Vorverstärker.

Dieser Vorverstärker VVH 71 ist angepaßt an die nachfolgenden Endstufen EV 70 bzw EV 140

Schaltung des VVH 71 :

Bilder werden durch Anklicken vergrößert
VVH_71_2.JPG
Dazugehörige Stückliste
VVH_STCK_2.JPG

Bestückungsdruck
VVH_PLAT_6.JPG

Leiterbahnen von Bestückunungsseite aus gesehen
VVH_PLAT_8.JPG

Komplettansicht von Bestückungsseite mit unterlegten Leiterbahnen
VVH_PLAT_10.JPG


Der Eingang des VVH 71 ist recht empfindlich was daher rührt,
daß diese Vorstufe auch im Professional Mischverstärker seine Verwendung fand ( MIkro ).
Für den Betrieb an der W 248er Serie wurde der Eingangstransistor und einige Widerstände
weggelassen und das Eingangssignal gleich dem Transistor T 2 zugeführt.
Nach der Vorstufe folgt die seinerzeit übliche Schaltung für Höhen und Tiefenregelung
( umgangssprachlich Kuhschwanzentzerrer genannt ) sowie ein Aufholverstärker, der den Pegel
für die Endstufe anhebt.
Die Betriebsspannung konnte von der Endstufe entnommen werden ( bis ca 39 V )
Diese Spannung wird durch Siebwiderstände R 22 || R 23 , Ladeelko und Zehnerdiode auf 22 Volt begrenzt.

An diesen VVH 71 konnte auch ein Hallgerät angeschlossen werden und die üblichen Buchsen
für TB Aufnahme / Wiedergabe waren auch vorhanden
Für Betrieb an der W 248er Orgelreihe entfiel also der Transistor T 1
Die Punkte " E " und " C " werden mit einer Drahtbrücke verbunden
Die Position R 1 wird nicht bestückt
Position R 2 wird mit einem 47 K Widerstand bestückt
Position R 3 wird mit einem 4,7 K Widerstand bestückt
Position R 4 wird nicht bestückt
Position C 1 wird mit einem 1,5 K Widerstand bestückt
Position C 2 wird mit einem 4,7 uF Elko bestückt Pluspol an Basis T 2
Position C 3 wird mit einem 470 pF Kondensator bestückt-

Der 1, 5 K Widerstand mit dem 470 pF Kondensator bildet eine
sogenannte HF Sperre gegen Funkstörungen

Die Eingangsempfindlichkeit für die W 248er Orgel Variante beträgt 38 mV eff
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 5. Jul 2019, 11:43

EFFEKTE SINUSPERCUSSION

Die Effektsektion der W 248er Serie gliedert sich in
eine Percussions Einheit und einen WahWah Teil.

Schaltung der Sinuspercussion

Bilder werden durch anklicken vergrößert
PERCUSSION_2.JPG
Details
PERCUSSION_11.JPG
PERCUSSION_13.JPG

die dazugehörige Stückliste
PERC STCK_2.JPG
Funktion der Schalter :
S 1 schaltet die Percussion ein
S 2 Wahl der Abklingzeit bei Percussion
S 3 REPEAT schaltet Repeatpercussion ein
S 4 TREMOLO schaltet Amplitudenvibrato ein
S 5 Tremolo langsam / scnell
S 6 Umschalter Zugriegelpercussion / Festregisterpercussion

Mit den Schaltern S 7 bis S 12 werden die einzelnen Fußlagen 16, 8 , 4, 2 2/3 , 2 , 1 auf die
Effekte gelegt

Regler
P 1 Effektlautstärke
P 2 Repeatpercussion
P 3 Einschwing Tremolo
P 4 Einschwing Vibrato ( siehe Umschalter beim Generator DT 74 )

Schaltungsbeschreibung
T 1 und T 2 erzeugen aus einem 4 Fuß Sägezahnsignal die Triggerspannung für die Effekte die über
Anschluß 27 zugeführt wird.
In Stellung Percussion gibt der Kippgenerator T 3 / T 4 einen einzigen sägeazhnförmigen Impuls ab
In Stellung Repeat daggen eine Impulsfolge deren Geschwindigkeit mit P 3 gergelt wird.
Sobald der Kippgenerator getriggert wird erfolgt auch die Aktivierung des inusgenerators mit T 6.
Dieser schwingt bei Tastendruck erst langsam an und steuert den Regelverstärker T 8.
Das Effekt Tonsignal wird vom Anschluß 25 über T 7 vorverstärkt.
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von Skunk » 5. Jul 2019, 15:37

Hi Freddy,

gibt es eigentlich halbwegs zuverlässige Angaben, wie viel W-Serie Orgeln überhaupt verkauft worden sind, bevor es zur Weltraumserie überging?
Interessanterweise gibt es zur Weltraumserie tonnenweise Kopien und Scans aller BAs am Markt, aber zur W-Serie null -- als ob die gar nicht existiert hatten. Jemand aus der alten Wersi-Gilde sagt mir mal, daß die W-Serie nie richtig funktioniert hätte. Paradebeispiel die W 358. Ich habe mal längere Zeit nach der W358 geforscht, aber der Markt gibt da null Informationen preis. Als ob es sie so gut wie nicht gegeben hätte. Erst später bei der Weltraumserie scheint die Helios wirklich in Stückzahlen gelaufen zu sein. Ich habe da mal was von ca. 10.000 Orgeln gehört, und selbst bei der Galaxis waren es nach unbestätigten Angaben ca. 700 Stck.

Viele Grüße,
Andreas

happyfreddy
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 5. Jul 2019, 16:40

Eben weil es zur alten W 248er Serie so gut wie nichts im Netz gibt,
habe ich mit dieser Serie hier begonnen.
Was mir an Unterlagen zu dieser Serie noch fehlt ist die WAH WAH Baugruppe.
Wenn also irgendjemand diese Bauanleitung noch hat möge er mich kontaktieren.
Die Bauanleitungen der Anfangszeit bis ca 1970 waren wie seinerzeit bei Dr Böhm
auch nur Matritzen mit Schreibmaschine geschrieben, die vervielfältigt wurden.
Ich habe diese Zeit hautnah miterlebt eben weil ich mich zu diesem Zeitpunkt
für die Orgel mehr als interessierte und nach jeder Information förmlich hechelte
egal von woher .
Schaltungen und Abbildungen folgten erst als sie wirklich gedruckt wurden ( in der
hauseigenen Druckerei )
Diese BA hatten äußerlich alle ein einheitliches Bild
Links hochkant eine Tastatur und rechts eine rot unterlegte Fläche mit Namen der
Bauanleitung. Die Bauenleitungen waren noch nicht nummernmäßig katalogisiert
wie es später bei der W Serie der Fall war.

Beispiel Foto W Serie BA 1969 - 1976
BA_OLD_3411.JPG
Links die gedruckten BA - rechts die alten Matrizen Blätter

Wieviel Orgeln der Serie letztlich abgesetzt wurden kann man nur schätzen.
Spitzenreiter dürfte jedoch die W 248 gewesen sein, die es transportabel und als
Standmodell gab. Man hatte zu dieser Zeit schon renommierte Zugpferde im Stall
wie Klaus Wunderlich , der mit der W 248 ab 1972 auch Schallplatten produziert
hat mit seinem "new Organ Pop Sound " , wie auch Franz Lambert.
Böhm war zu der Zeit mit Ady Zehnpfennig und Dietmar Lampe vertreten.

Die W 248 muß jedoch schon zahlenmäßig sehr gut verkauft worden sein, denn irgendwie
mußte sich ja ein finanzielles Polster ergeben haben, was dann in die Weltraumserie
investiert wurde.
Die W 358 dürfte relativ selten gewesen sein und wenn dann fand man
sie meist in sakralen Anwendungen. Mir selbst war nur ein Instrument im Hamburger Raum
bekannt. Auf Messen - seinerzeit war die Hannover Messe in Halle 9A der wichtige
Termin für alle Hersteller - habe ich die W 248 eigentlich immer gesehen von 1970 bis 1976.
Teilweise waren der Stand von Wersi und Dr Böhm auch relativ nahe beieinander.
Die W 248 wurde auch aufgeklappt gezeigt.

Deine Zahlen der Weltraumserie liegen ungefähr im Rahmen. Galaxis dürfte jedoch weltweit
mehr als 700 Exemplare verkauft worden sein.
Bekannt ist nur eine Vorbestellungszahl ehe sie wirklich verfügbar war : 150 Stck
Nur aufgrund der bekanntgewordenen technischen Daten !
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Re: SCHALTBILDER W 248 Serie und WX 100 T

Beitrag von happyfreddy » 8. Jul 2019, 18:05

ENDSTUFE EV 70

In der Anfangszeit hatte die W 248er Serie eine Endstufe ähnlich des 30 Watt Verstärkers von Dr Böhm.

Dies ist jedoch 1973 geändert worden auf die Endstufe EV 70
Diese hatten teilweise auch die Bezeichnung EV 70 / 73 was auf das Entwiclungsjahr schließen läßt
Diese Endstufe wurde jedoch nicht nur für die W 248er Serie eingesetzt sondern genauso für die damaligen
Musikanlagen Verstärker PLANAR etc.
Für eine höhere Leistung gab es parallel zur EV 70 noch die leistungsstarke Variante EV 140 bzw EV 140 / 73
mit einer Maximalleistung von 140 Watt an 2 Ohm Last
Die kleinere EV 70 hatte 70 Watt an 4 Ohm Last

Für meine Begriffe waren diese Endstufen das Beste was Wersi je produziert hat und der Verwendungszweck
der EV 70 bzw EV 140 reichte sogar noch bis in die Zeit der Weltraumserie Helios bis Galaxis.
Auch die Bühnenendstufe PA 150 war mit der EV 140 bestückt.

Behandeln werden wir hier nur die EV 70 ( EV 140 dann in der Rubrik Weltraumserie )

Die komplette Platine sah so aus
Bilder werden durch Anklicken vergrößert
EV 70 Platine kompl _2.JPG
Platine nur Bestückungsdruck
EV 70 Platine u Bestückung_2.JPG

Platine nur Leiterbahnen von der Bestückungsseite aus gesehen
EV 70 Platine u Leiterbahnen_2.JPG
Die jeweils 3 Lötpunkte an den Bohrungen für die Transistoren 2 N 3055 deswegen
um selbige Verbindungen mit LÖTÖSEN M 4 vorzunehmen
Im Original werden nur Zahnscheiben verwendet die jedoch den Nachteil aufgrund
der verwendeten Pertinax Platine im Original haben sich hier einzupressen und dabei den Kontakt zur
Kupferleiterbahn zerstören. EIne aufgelötete Lötöse verhindert dies und gibt zudem weitaus sichereren
Kontakt als simple Zahnscheibe.
Also erst Lötöse dann Zahnscheibe und Mutter. Erst wenn die Mutter angezogen die Lötöse mit der Leiterbahn verlöten.


Schaltung der EV 70
EV 70 Schaltung_2.JPG
Im Schaltbild habe ich hier gleich die Schaltung des SILENCER oder auch KNACKKILLER genannt
mit angeführt, die ein sanftes Ein und Ausschalten des Verstärkers ohne den berüchtigten
Knall/Plopp ermöglicht
Der Silencer wird mit integriertem Widerstand R 7 ( 33 K) auf der Position des R 7 eingesetzt.
Position "GND und B " beachten.
Zwei kurze Leitungen zu den Trafoanschlüssen TR 1 und TR 3 waren zu verlegen
Die Diode D " Silencer" wurde normal mit dem Widerstand R 8 in Reihe eingelötet.
In dem Layout der Platine ist diese Änderung bereits eingezeichnet.
Bei Betrieb mit Silencer wurde der Elko C 6 durch einen 220 uF Elko ersetzt.


die kleine Platine des SIlencer , der für EV 70 als auch EV 140 verwendet werden kann
SILENCER_2.JPG
die beiden Lötaugen oben sind die Anschlüsse an TR 1 und TR 3 , Anschluß beliebig
Der Widerstand R 7 der EV Endstufe wird hier eingesetzt und die Platine auf der Position des
R 7 der EV Endstufe eingelötet ( Polung GND und B beachten )

Austausch Elko C 6 ( 220 uF ) sowie die zusätzliche Diode 1N4148 bei R 8 nicht vergessen


Funktion :
Die Vorstufe mit T 1 steht aufgrund der Silencer Diode und dem größeren Elko C 6 zeitlich etwas
länger in Betrieb sodaß durch den FET der Silencerplatine der Widerstand noch kurzgeschlossen ist.
Dadurch kann kein NF Signal zur Differenzstufe T 2 / T 3 mehr glangen und damit ist auch kein
Ausgangssignal am Ausgang vorhanden. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt, wenn der Verstärker
ausgeschaltet wird. R 7 wird sofort kurzgeschlossen durch fehlende Wechselspannung an TR 1 und TR 3.

Somit macht beim Einschalten und Ausschalten die Membran des Lautsprechers nur eine sanfte Bewegung
die keinen Schall erzeugt.


Stückliste Bauteile
EV 70 Bestückung_1.JPG

Die Inbetriebnahme des Verstärkers nach dem Aufbau gestaltet sich auch relativ einfach
1) Kontrolle der Spannungen an B + und B- gegen Masse gemessen sollten + / - 34 Volt ergeben
2) Bei kurzgeschlossenem Eingang an E / M ist mit dem Trimmer P 1 die Ausgangsspannung an
L1 gegen L 2 auf 0 Volt einzustellen. Trimmer P 2 dabei in Mittelstellung
3) Mit kurzgeschlossenem Eingang E - M ist mit angeschlossener Last 4 Ohm an L1 und L 2 angeschlossen ist
am Widerstand R 29 eine Spannung von 0,03 Volt ( 30 mV ) mit dem Trimmer P 2 einzustellen

Der Trafo der EV 70 sollte 2 x 26 Volt AC mit ca 3A Strom liefern können
Passender Trafo für 2 Kanalige Ausführung in jedem Fall der Netztrafo der Wersi Helios

Sollten sich mit 1) und 2) keine Werte einstellen lassen liegt ein Fehler im Aufbau vor, dem nachgegangen
werden sollte. Auch übermäßige Erwärmung ohne Eingangssignal läßt auf einen Fehler schließen.
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